Foto: Jan Pippel
Text: Jan Pippel

Das lange Wochenende rund um Christi Himmelfahrt 2026 wollten wir eigentlich nutzen, um endlich den OMBU BIKE MAN in der Gravel‑Edition zu fahren – möglichst in drei Tagen.

Der Plan: Start am Donnerstagmorgen am Feuerwachturm in Hoppegarten, nach rund 220 Kilometern die erste Nacht zuhause in Müncheberg verbringen, am zweiten Tag bis Kummro bei Neuzelle rollen und am dritten Tag zurück nach Hoppegarten.

Aus dem „wir“ wurde jedoch am Vortag ein „ich“. Für meinen Mitfahrer kam die lange erste Etappe nach einer Erkältung noch zu früh. Also machte ich mich gegen 6 Uhr morgens allein mit dem Gravelbike auf den Weg nach Hoppegarten. Die Wetteraussichten waren wenig einladend: immer wieder kräftige Schauer, Temperaturen um die 15 Grad, und der Boden durch die Regentage zuvor tief und rutschig. Mehrere Kleidungsschichten und eine Jacke mussten also mit. Die nassen Wurzeln verlangten volle Konzentration und kosteten Kraft.

Es dauerte eine Weile, bis sich ein Rhythmus einstellte. Trotzdem versuchte ich, die Tour bewusst zu genießen und die wechselnden Landschaften wahrzunehmen. Besonders beeindruckend waren die Seenketten und Buchenwälder hinter Prötzel.

Nach rund fünf Stunden erreichte ich den Finowkanal – bereits hinter meinem Zeitplan. Da ich ahnte, dass es bis Chorin und weiter nach Niederfinow keine Chance auf ein Heißgetränk geben würde, bog ich für einen Kaffee ins Zentrum von Eberswalde ab. Gut für die Moral, schlecht für das Tagesziel.

Weiter ging es Richtung Chorin. Der tiefe Boden und das Kopfsteinpflaster ließen weiterhin keine hohen Geschwindigkeiten zu. Die ständige Rüttelei sorgte dafür, dass meine Hände immer wieder einschliefen. Bis kurz hinter den Parsteiner See lief es dennoch ordentlich. Dann folgte eine echte Prüfung: sechs Kilometer Poststraßen‑Kopfsteinpflaster – eine Passage für Liebhaber.

In Niederfinow kehrte langsam das Gefühl in meine Hände zurück. Hinter der Bahnstrecke gönnte ich mir im Barnimer Brauhaus ein alkoholfreies Bier und eine Bratwurst. Ein Blick auf die Uhr ließ mich schlucken: 15 Uhr.

Die nächste Etappe bis Bad Freienwalde zog mir dann endgültig den Zahn. Die Anstiege rund um Falkenberg waren so rutschig, dass ich keinen einzigen hochfahren konnte. Immer wieder absteigen, schieben, oben wieder aufsteigen und mit voller Konzentration in die ausgewaschenen Abfahrten – das zehrte. Spätestens jetzt war klar, dass ich ein Ausdauer‑ und Rückenwindwunder brauchen würde, um mein Ziel noch zu erreichen.

Als ich an der Waldschänke am Baasee für eine Wild‑Soljanka stoppte, war es bereits 18 Uhr. Der folgende Abschnitt fuhr sich zwar wieder besser, doch erst gegen 20:30 Uhr erreichte ich Neuhardenberg mit der Schinkel‑Kirche als Checkpoint. Ich lag weit hinter dem Zeitplan und wusste aus früheren Touren, welche sandigen Passagen und Anstiege noch vor Müncheberg auf mich warteten.

Da sich der nächste große Schauer ankündigte, ließ ich Vernunft walten und brach die Tour mit Einsetzen der Dämmerung nach 200 Kilometern ab – davon über 180 auf der OMBU‑Strecke. Die Hypothek des nassen ersten Tages und die fehlenden 30 Kilometer (plus Anfahrt) für Tag zwei waren zu groß. Ich konnte mir nicht vorstellen, am nächsten Tag erneut eine solche Etappe zu fahren, auch wenn die Wetteraussichten deutlich besser waren.

Die gebuchte Unterkunft nutzten wir trotzdem und fuhren zu zweit nach Neuzelle und zurück – diesmal mit dem Rennrad, verteilt auf zwei Tage, bei bestem Wetter und auf glatten Straßen. Das Lächeln kam zurück.

Trotz des Abbruchs war der Tag auf der OMBU‑Strecke ein starkes Erlebnis. Mein Respekt gilt der Planung (Danke an Nic) und allen, die die Strecke bereits gefahren sind oder noch fahren wollen. Beim nächsten Versuch würde ich vermutlich ein MTB wählen, besser gepolsterte Handschuhe einpacken und deutlich mehr Zeit einplanen.

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